Handwerk und Hingabe: Die stille Vorbereitung der Historischen Festzüge beim Biberacher Schützenfest
In wenigen Tagen beginnt das Biberacher Schützenfest 2026. Damit die Besucherinnen und Besucher ein Fest voller Atmosphäre und historischer Tiefe erleben können, arbeiten das ganze Jahr über Hunderte ehrenamtliche Helferinnen und Helfer im Hintergrund. Einer dieser Orte, an denen diese Arbeit besonders sichtbar wird, ist das Lager der Reiterausrüstung in der Requisitenhalle der Stiftung Schützendirektion Biberach.
Ein starkes Team hinter den Kulissen: Bernd Otto (von links), Nicolai Maier, Karin Mutschler, Walter Ertl und Thomas Zinser.
Besonders lebhaft wird es dort zwei Wochen vor Schützen, wenn Reiterinnen, Reiter und Fuhrleute ihre Ausrüstung zwischen Holzgestellen und dem Duft gepflegten Leders abholen. Manche kommen besonders früh, um ihr bevorzugtes Stück zu erhalten. Die Sattler Walter Ertl und Karin Mutschler betreuen die Ausgabe federführend und achten darauf, dass nach Schützen auch wieder alles vollständig zurückkehrt. Walter Ertl ist seit 2004 dabei, Karin Mutschler seit 2008.
„Diese Arbeit macht Freude, weil wir ein Handwerk pflegen dürfen, das im Alltag kaum noch vorkommt. Man wächst Schritt für Schritt in diese alte Tradition hinein“, sagt Walter Ertl. Karin Mutschler ergänzt: „Mich beeindruckt, was früher schon alles möglich war. Unsere Damensättel sind teils 200 Jahre alt und viele damalige Techniken gehören bis heute zu unserem Arbeitsalltag.“ Die Zusammenarbeit zwischen Sattlern und der Schützendirektion Biberach ist geprägt von gegenseitiger Wertschätzung: Die Experten bewahren die Tradition, die Schützendirektion Biberach unterstützt das Handwerk.
Rund 50 Einzelgeschirre, zwölf Damensättel und zahlreiche weitere Ausrüstungsstücke lagern dort. Die Schützendirektion Biberach hat diese historischen Schätze einst von Fuhrleuten überlassen bekommen. Eine große Herausforderung besteht darin, dass die Ausrüstung nur einmal im Jahr genutzt wird. Damit das empfindliche Leder nicht reißt und die Stücke ihre Form behalten, braucht es Sorgfalt, Geduld und ein tiefes Verständnis für das alte Handwerk. In diesem Jahr hat das Team der Requisitenhalle um die Schützendirektoren Bernd Otto und Nicolai Maier deshalb ein neues Projekt umgesetzt: selbst konstruierte Sattelhalter, die die wertvollen Stücke optimal tragen. 20 Einzelgeschirre haben dadurch eine neue Heimat erhalten.
Die Arbeit des Teams erstreckt sich über das gesamte Jahr. Ein Höhepunkt ist dabei die Ausgabe der Geschirre rund zwei Wochen vor Schützen, unter anderem für die Stadion’sche Kutsche, die Pony-Kutschen und den Handelszug. Auch an den Festzugstagen selbst sind die Sattler frühmorgens im Einsatz, um kurzfristig Reparaturen oder Anpassungen vorzunehmen. An Bauernschützen erfolgt die Rückgabe der Ausrüstung, anschließend wird über die restlichen Sommermonate hinweg sortiert, gereinigt und überprüft. Im weiteren Jahresverlauf stehen Pflege und Reparaturen an.
Thomas Zinser, der zusammen mit Stefan Hörnle die Pferdegestellung der Schützendirektion Biberach verantwortet, fasst zusammen: „Im Grunde gibt es das ganze Jahr über Aufgaben, damit wir unseren Besucherinnen und Besuchern Historische Festzüge mit großer historischer Tiefe bieten können. Wir sind dem Team außerordentlich dankbar für seinen Einsatz.“
Kontakt
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Daniel Häfele
Pressesprecher der Stiftung Schützendirektion Biberach
E-Mail: daniel.haefele@schuetzendirektion.de