|
Vom 26. Juni bis 28. Juli 2010 Schützentheater mit 38 Aufführungen in der Stadthalle
Aschenbrödel
Nach einem Märchen der Gebrüder Grimm, bearbeitet und dramatisiert von Yvonne von Borstel und Hermann Maier. Musik: Andreas Winter
Der Baron von Montecontecuculorum beschließt nach dem Tod seiner Frau, sich wieder zu vermählen. Seine Tochter ist damit einverstanden und so fällt seine Wahl auf die schöne und reiche Sybilla von Knitterknatterschnattershausen, die zwei Töchter – Serafine und Kunigunde – mit in die Ehe bringt. Doch die Freude ist nur von kurzer Dauer! - Leider entpuppen sich die Stiefmutter und die beiden Stiefschwestern als hochmütig, eingebildet, falsch, und hinterhältig, die dem Mädchen fortan auf nur alle erdenkliche Art und Weise das Leben schwer machen. So muss sie nicht nur niedrige Magd- und Putzdienste tun, sondern auch ihre „neue Familie“ von morgens früh bis abends spät von vorne bis hinten bedienen. Doch am schlimmsten trifft es sie, als sie auch noch neben dem Herd schlafen muss und von allen nur noch „Aschenbrödel“ genannt wird. Der Vater wehrt sich - leider vergeblich - gegen die drei „Hausdrachen“.
Bald darauf wird die Familie von der Königsfamilie aufs Schloss zum Ball eingeladen, damit sich der Prinz eine Gemahlin wählen kann, worüber dieser nicht sehr erfreut zu sein scheint. - Auch Aschenbrödel hofft mitgehen zu dürfen. Die böse Stiefmutter „verspricht“ Aschenbrödel mitzunehmen, falls es ihr rechtzeitig gelingt, eine Schüssel Linsen aus der Asche zu lesen (herauszuholen). In ihrer Verzweiflung ruft Aschenbrödel die Täubchen herbei, die ihr helfen: „… die guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen!“. Die Aufgabe ist gelöst, doch die gemeine Stiefmutter denkt nicht im Traum daran, ihr Versprechen zu halten. Traurig bleibt Aschenbrödel zurück. Ganz zufällig – so scheint es – kommt ihre Patin vorbei, die ihr rät, zu ihrem Lieblingsplatz - dem Baum - zu gehen. – Und das Wunder geschieht! – Dort findet sie ein prächtiges Kleid samt Schuhen und kann endlich auch zum Ball. Einzige Bedingung: Punkt 12 muss sie wieder zuhause sein. – Auf dem königlichen Fest hat der Prinz nur Augen für die unbekannte Schöne, die leider – schlagartig – das Schloss verlässt, ohne dass er ihren Namen erfahren hat. Durch ihre überstürzte Flucht hat Aschenbrödel einen Schuh verloren. Der verliebte Prinz lässt nun überall verkünden, dass nur diejenige, der dieser Schuh passt, seine zukünftige Frau werden soll. Nach einigen Misserfolgen und Irrwegen kommt auch Aschenbrödel zur Schuhprobe und .... der Schuh passt .... natürlich! Happy end oder wie wir im Schützentheater sagen: Rund um mich her ist alles Freude!
......und hier die fast identische Fassung der Gebrüder Grimm: Die junge Tochter eines reichen Kaufmannes wächst wohlbehütet auf, bis etwa ein halbes Jahr nach dem Tod der Mutter der Vater eine Witwe heiratet, die zwei Töchter mit ins Haus bringt. Stiefmutter und Stiefschwestern machen dem Mädchen auf alle erdenkliche Weise das Leben schwer. Weil es nicht nur gröbste Schmutzarbeit leisten, sondern fortan auch in der Asche neben dem Herd schlafen muss, wird das Mädchen Aschenputtel genannt.
Als der Vater einmal zu einer fernen Messe reisen will, fragt er die drei Mädchen, was er ihnen mitbringen soll. Während die Stiefschwestern schöne Kleider, Perlen und Edelsteine verlangen, wünscht sich Aschenputtel nur ein Reis (kleiner Zweig), das dem Vater auf der Rückreise an den Hut stößt. Dieses Haselreis pflanzt Aschenputtel auf das Grab der Mutter, und es wächst zu einem Strauch (im Märchen: schöner Baum), dem Aschenputtel ihr Leid klagen kann. Wenn Aschenputtel dort weint und betet, erscheint auf dem Bäumchen ein weißer Vogel, der ihr manchen Wunsch erfüllt.
Der König lässt bald darauf auf seinem Schloss ein dreitägiges Fest ausrichten, zu dem alle Jungfrauen des Landes eingeladen werden, damit sein Sohn eine Gemahlin wählen kann. Die Stiefmutter und die eitlen Stiefschwestern wollen nicht, dass Aschenputtel auch an dem Fest teilnimmt, obwohl sie darum bittet. Die Stiefmutter gibt ihr stattdessen auf, Linsen aus der Asche zu lesen (auszusortieren). Dies gelingt Aschenputtel mit Hilfe der von ihr herbeigerufenen Tauben: „… die guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen!“
Trotz des Lösens der gestellten Aufgabe verweigert ihr die Stiefmutter weiterhin die Teilnahme am Ball mit der Begründung, dass Aschenputtel keine geeigneten Kleider habe, und zieht mit ihren leiblichen Töchtern los. Nun eilt Aschenputtel zum Grab der Mutter. Wieder ist es der weiße Vogel, der Aschenputtel ein prächtiges Kleid und mit Seide und Silber bestickte Pantoffeln hinunterwirft.
Aschenputtel legt diese Kleidung an, läuft zum Fest und mischt sich unerkannt unter die Gäste. Der Königssohn verliebt sich in das Mädchen und möchte wissen, wer diese schöne Unbekannte ist – doch zweimal gelingt es Aschenputtel, ihm zu entkommen. Beim dritten Mal verliert es einen ihrer goldenen Pantoffeln auf der Schlosstreppe, und der Verliebte lässt nach der Jungfrau suchen, der dieser Pantoffel passt, damit er sie als Braut heimführen könne. Er fragt auch Aschenputtels Vater, der jedoch seine eigene Tochter nicht wiedererkannte, obwohl er sich nach jenem Tanzabend fragte, ob es wohl Aschenputtel gewesen sein könnte.
Als erstes lässt der Königssohn auch im Haus des Vaters nachforschen. Die beiden Stiefschwestern versuchen vergebens, den zierlichen Schuh über ihre Füße zu ziehen. Auf den Rat der Mutter hin schneidet sich die erste den großen Zeh ab und die zweite die Ferse. Beim Vorbeiritt am Grab wird der Betrug jedoch beide Male durch zwei Tauben vom Haselbäumchen aufgedeckt: „Rucke di guck, rucke di guck, Blut ist im Schuck (Schuh)! Der Schuck ist zu klein, die rechte Braut sitzt noch daheim.“
Das Aschenputtel, der als einzige der Schuh passt, wird schließlich als wahre Braut erkannt, und die Stiefschwestern erhalten ihre gerechte Strafe. Über das Schicksal der bösen Stiefmutter wird im Märchen nichts gesagt, auch nicht in der Sammlung von Ludwig Bechstein, wo das Märchen in verkürzter Form ohne gravierende Abweichungen zur Fassung der Brüder Grimm wiedergegeben wird.
|